Altersvorsorge mit Wohn-Riester

Altersvorsorge mit Wohn-Riester

Bei vielen ist Wohn-Riester noch unbekannt. Je nach individueller Situation kann sich dieser Zuschuss jedoch als lohnende Form der Eigenheimförderung und Altersvorsorge erweisen. Um nicht Geld an den Staat zu verschenken, sollte man sich deshalb genauer darüber informieren.

42 Prozent aller Berufstätigen haben noch nichts von Wohn-Riester gehört. Das geht jetzt aus einer neuen Studie der Postbank hervor. Da aber immer mehr Deutsche an den Erwerb eines Eigenheims mit staatlichen Zuschüssen denken, lohnt ein Blick auf die Wohn-Riester-Förderung.

Denn mit diesem Eigenheim-Rentengesetz wird selbst genutztes Wohneigentum als Altersvorsorge gleichberechtigt gefördert. Hinzukommend sind auch Einzahlungen auf Bausparverträge » förderfähig.

Wohn-Riester im Überblick:

Riester-Förderung

  • Man erhält Riester-Förderung für den Kauf oder Bau einer Immobilie, die ab 1. Januar 2008 erworben wurde.
  • Die Immobilie muss in einem EU-Land oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegen und Hauptwohnsitz des Eigentümers sein.
  • Bausparverträge und Darlehensverträge für die Anschaffung und den Bau von Wohneigentum werden gefördert.
  • Zu Beginn der Auszahlungsphase der Riesterrente – normalerweise bei Renteneintritt – ist auch die Entschuldung einer bereits vor 2008 erworbenen Immobilie möglich. 

Bestehende Riester-Verträge

  • Wer bereits staatlich gefördert ein Altersvorsorgevermögen angespart hat, kann dieses vollständig für die Anschaffung oder den Bau der eigenen vier Wände nutzen. Der Sparer hat damit die Möglichkeit, schon vor Rentenbeginn das angesparte Riester-Guthaben zu 100 Prozent zu nutzen.

Nachgelagerte Besteuerung

  • Wie bei allen Riester-Produkten gilt: Bis zum Eintritt in den Ruhestand sind die Beiträge steuerfrei, in der Auszahlungsphase wird die Riester-Rente versteuert.
  • Bei Wohn-Riester werden die geförderten Sparbeiträge, Guthabenzinsen, Tilgungsleistungen und Riester-Zulagen auf einem fiktiven Wohnförderkonto erfasst.
  • Bis zur Rente erhöht sich der auf dem Wohnförderkonto erfasste Betrag um jährlich zwei Prozent.
  • Auf die im Wohnförderkonto aufgelaufene Summe zahlt man zu Rentenbeginn Steuern.
  • Zu Beginn des Ruhestands kann man wählen, ob man seine Steuerschuld auf einen Schlag zahlen oder über mehrere Jahre verteilen möchte:
  1. Zahlung der Steuerschuld auf einen Schlag: Hier gibt es einen Nachlass von 30 Prozent, sodass man lediglich auf 70 Prozent des auf dem Wohnförderkonto erfassten Betrags Einkommensteuer zahlt. 
  2. Verteilung über mehrere Jahre: Man versteuert den Betrag bis zu seinem 85. Lebensjahr (über einen Zeitraum zwischen 18 und 26 Jahren). Wie hoch die Steuer ausfällt, hängt vom individuellen Steuersatz im Ruhestand ab. 

Modernisierungen mit Wohn-Riester

  • Das ist nicht möglich: Modernisierungs- und Energiesparmaßnahmen werden nicht gefördert.

Anerkennung des eingesetzten Riester-Vermögens als Eigenkapital

  • Das auf einem bestehenden Riester-Vertrag angesparte Kapital wird von den Landesbausparkassen und Sparkassen als Eigenkapital anerkannt.
  • Je mehr eigene Mittel vorhanden sind, desto niedriger ist die monatliche Belastung für das Darlehen.

Wohn-Riester bei Hausverkauf

  • Wer sein Haus wieder verkauft, muss den Betrag aus dem Wohnförderkonto innerhalb von vier Jahren in eine andere selbst genutzte Immobilie investieren oder innerhalb eines Jahres wieder in einen Riester-geförderten Altersvorsorgevertrag einzahlen. Dann bleibt die Förderung in vollem Umfang erhalten.
  • Ist das nicht der Fall, gilt der Verkauf als schädliche Verwendung und die auf dem Wohnförderkonto erfassten Beträge sind als Leistungen aus dem Altersvorsorgevertrag mit dem persönlichen Steuersatz voll zu versteuern.

Versteuerung der Riester-Rente / Wohn-Riester

  • Wer vor der Rente steuerfrei anspart, muss bei Renteneintritt die Auszahlung versteuern. Die Rente, die aus der Riester-Versicherung, dem Fondsprodukt oder Banksparplan fließt, muss der Sparer im Ruhestand versteuern. Oft erweist sich das als günstig, weil der Steuersatz im Ruhestand deutlich unter dem Steuersatz der Berufstätigkeit liegt.
  • Beim Wohn-Riester gibt es keine monatliche Rente, die besteuert werden könnte. Die geförderten Tilgungsbeiträge (Zulage und Eigenleistung) und gegebenenfalls der Entnahmebetrag werden auf dem Wohnförderkonto erfasst und ab dann bis zum Eintritt in den Ruhestand jährlich um zwei Prozent erhöht. Auf diese Summe zahlt der Förderberechtigte danach Steuern.

Mehr Infos: Eigenheim-Renten-Rechner der LBS »

Quelle: LBS Landesbausparkasse Hessen-Thüringen


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