Hier die wichtigsten Vorgaben für Barrierefreiheit auf einen Blick:

Barrierefrei im Eingangsbereich

  • Ob im Eingangsbereich oder in der Wohnung: Rollstuhlfahrer brauchen im Vorfeld immer ausreichend Wendeplatz, um Türen, Fahrstuhl oder Schränke zu öffnen. 1,50 x 1,50 Meter Barrierefreiheit sind hier die Faustregel. Auch die Türbreite ist innen und außen genau festgelegt. 80 Zentimeter sind das Minimum, für Rollstuhlfahrer sind 90 Zentimeter ideal.
  • Parkplätze brauchen Überbreite, um als barrierefrei zu gelten: An einer Ausstiegsseite sollten neben der Autotür 1,50 Meter freie Fläche bleiben 
  • Für Rollstuhlfahrer eine echte Herausforderung sind die Müllräume. Hier empfiehlt sich eine Absenkung der Stellfläche, damit der Tonnendeckel auch im Sitzen geöffnet werden kann - und damit barrierefrei ist.
  • Die Wege vor dem Haus sollten breit genug für einen Rollstuhl und maximal ein Gefälle von drei Prozent (längs) bzw zwei Prozent (quer) haben.

Ohne Barrieren durch das Treppenhaus

  • Die ideale Höhe für Dosen, Schalter und Armaturen beträgt für Menschen mit Handicap 85 Zentimeter.
  • Das Treppengeländer sollte 85 Zentimeter hoch sein und am unteren und oberen Ende der Treppe jeweils 30 Zentimeter über die Treppe hinausragen. Kugeln können Sehbehinderten Anfang oder Ende signalisieren.
  • Der Handlauf muss beidseitig angebracht werden. Er sollte wegen der Griffigkeit einen Durchmesser von 3 - 4,50 Zentimeter Durchmesser haben.
  • Farbliche Kontraste  im Treppenbereich geben Orientierung.
  • Stufen mit Unterschneidungen, z.B. Wendeltreppen, sind tabu. Sie bergen hohe Verletzungsgefahr.
  • Ein befahrbarer Fahrstuhl ist Pflicht für barrierefreie Treppenhäuser.
  • Der Abstand von der Treppe zur Wohnungstür muss mindestens 1,50 Meter betragen, die Tiefe (ca. 20 Zentimeter) der obersten Stufe wird aber extra berechnet.

Küche: Barrierefrei kochen

  • Die ideale Höhe für Küchengeräte, Spüle und Arbeitsfläche beträgt 82 Zentimeter. Oberschränke sollten für Rollstuhlfahrer nicht höher als 1.40 Meter, Unterschränke nicht weniger als 40 Zentimeter sein.
  • Die Kniehöhe eines Sitzenden oder Rollstuhlfahrers beträgt 67 Zentimeter, die Arbeitshöhe in der Regel 82 Zentimeter. Alle unterfahrbaren Küchengeräte (Herd, Spüle , Arbeitsfläche) müssen also extrem flach sein. Der Siphon sollte möglichst unter Putz liegen.
  • Für Gehbehinderte empfiehlt es sich, Herd, Arbeitsplatte und Spüle nebeneinander einzubauen, für Rollstuhlfahrer aber über Eck.
  • Rollcontainer unter den flachen Einbauten helfen, Stauraum zu schaffen. Der Wendkreis vor jedem Gerät sollte 1,50 x 1,50 Meter betragen, wobei Überschneidungen erlaubt sind.
  • Rollstuhlfahrer benötigen viel Platz und gleichzeitig ausreichend gut erreichbaren Stauraum. Befahrbare Kleiderschränke oder Vorratskammern sind daher für barrierefreie Küchen empfehlenswert.

Barrierefrei in Bad und WC

  • Auch hier gilt die Faustregel , dass vor jeder genutzten Einrichtung (Waschbecken, Toilette, Wanne etc.) 1,50 x 1.50 Meter frei zum Manövrieren bleiben. Die Flächen können sich aber überschneiden. Die Dusche sollte völlig ebenerdig sein, dann kann ihre Fläche mitgezählt werden
  • Die Türen müssen nach außen zu öffnen sein. Grund: Stürze passieren sehr oft im Bad! Liegt der Verletzte vor einer nach innen gerichteten oder gar verschlossenen Tür, kann das fatale Folgen habe.
  • Die Duschwanne muss bodengleich sein, um das Kriterium "Barrierefreiheit" zu erfüllen.
  • Armaturen sollten auf 85 Zentimeter Höhe und mit 50 Zentimeter Abstand zur Ecke installiert werden.
  • Die vorgeschriebenen Maße für eine behindertengerechte und barrierefreie Toiletten sehen einen Mindestabstand zur Wand vor (95 Zentimeter an einer Seite, 30 an der anderen, 70 Zentimeter in der Tiefe.
  • Im WC-Bereich muss es möglich sein, einen Stützgriff  mit integrierter Tastatur für die Spülung zu installieren.

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